Hass, Gewalt, Lügen? Weg damit!

Diese Woche betrübt mich stark. Gewalt scheint nichts Abstraktes mehr zu sein, für immer mehr Täter wird sie zur realen Möglichkeit. Zum Ventil für ihren Hass. Woher kommt das nur? Und wie damit umgehen? 

Wer näher hinsieht, entdeckt Parallelen. Der Mörder von Halle, derzeit vor Gericht, begründet seine abstruse Tat mit abstrusen Verschwörungstheorien. An die glaube er weiterhin, sagt er trotzig. Keine Einsicht also, und somit sicher auch kein mildes Urteil. Dem Mörder von Walter Lübcke wird derzeit ebenfalls der Prozess gemacht. Auch er ließ sich aufhetzen, teils im Internet, bereut seine Tat inzwischen jedoch. Immerhin. Und jetzt, der Mörder von Trier? Er war alkoholisiert, so viel steht fest, enthemmt wollte er so viele Menschen wie möglich töten. Wie in einem Internet-Game, doch eben real, auf der Straße. Mit unfassbarer Gewalt. 

Die große Weltverschwörung 

Im Netz wütet die Gewalt schon lange. Schlimmste Tierquälereien, Hinrichtungen in Fernost, brutale Autounfälle - mit Social Media ist uns all das ganz nah, weitgehend unzensiert. Genau wie die Hitler-Historie wieder, Leichenberge täglich. Gut gemeint, nur mal eben so, zwischendurch? Weiterscrollen… Zu den Folgen des Klimawandels, dem Artensterben, dem neusten Tabubruch eines Kabarettisten, oder Journalisten. Wissenschaftler der F-Liga verbreiten dann Meldungen, vor denen deutliche Warnungen stehen, so Fake sind sie. Unwichtig, die große Weltverschwörung, sie ist da, meinen viele User längst unbeirrbar. Puhh - 

Das Netz mitbestimmen! 

Fazit: Neben unzähligen Vorteilen, die das Netz zweifellos bietet, überfordert es uns auch. Wieviel Gewalt lässt sich ertragen, wieviel „Informationen“ verarbeiten? Wer ist schon stets in der Lage, Fiktion von Fakten zu unterscheiden? Manche wollen das auch gar nicht, es ist ihnen zu kompliziert. Oder zu langweilig. Ohne journalistische Einordnung bedarf die Findung von Fakten eben Mühe, Offenheit, Einsicht. Hass dagegen ist einfach, auch verbal. Online-Kommentare können verstörend sein. 

Jeder aber bestimmt selbst, was er im Netz sieht! 

Ich werde Hass, Gewalt und Lügen dort nicht mehr ertragen - sondern sie künfig blockieren. Sofort! Das geht in der digitalen Welt nämlich sehr simpel. Und wer weiß, vielleicht hilft das ja mittelfristig auch der analogen. Wenn es viele so machen. 

Herzlichst, 

Gerhard Rahn (Rechtsanwalt) 

(Bild: Pixabay) 

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