Das Recht der Radfahrer

Lieber Radfahrer, liebe Radfahrerin, heute auch schon so richtig angefeindet worden? Weil jemand im Auto sich darüber geärgert hat, dass Sie schneller sind, vielleicht? „Ey, auch für dich gelten Regeln, Radweg, schon mal gehört“, brüllte mir heute früh ein besonders erboster Rush-Hour-Teilnehmer hinterher. Klar, er hatte recht. Nur sind die Regeln wohl andere, als er sich das vorstellte.

Auf dem Rad die Autos, die im Stau stehen, rechts zu überholen ist durchaus erlaubt (StVO §5, Abs. 8). Hierfür muss nur ausreichend Platz vorhanden sein und man sollte nicht übertrieben rasen, umsichtig bleiben. Gilt aber ja grundsätzlich im Berufsverkehr, vor allem in der Stadt. Auch lag der Gestresste mit seiner Ansicht falsch, ich hätte den parallel auf dem Bürgersteig markierten Radweg benützen müssen. Muss man nämlich nur, wenn ein offizielles Schild (blau mit weißem Rad) darauf hinweist, was in diesem Abschnitt nicht der Fall war. 

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Mir fällt dabei ein Mandant ein, der betrunken mit dem Rad einen üblen Unfall verursacht hatte. Vorfahrt genommen, ein Auto musste ausweichen, die Rentnerin am Gehsteig konnte eben noch zur Seite springen. Da man ihm bereits wegen Trunkenheit den Führerschein entzogen hatte, sprach das Gericht ein komplettes Fahrverbot aus: Auch Radfahren ist für ihn seit dem tabu. Da sind die Regel genauso knallhart, wie für Autofahrer. Immerhin: Dass die Schuld bezüglich des Schadensersatzes nicht noch höher ausgefallen war, da er keinen Helm trug, konnte von uns abgewandt werden. Für Radfahrer gilt keine Helmpflicht. Allerdings können Gerichte den Geschädigten eine Mitschuld, bzw. eine höhere Schuld zusprechen, wenn sie ohne Helm unterwegs sind. Fällt dann sozusagen unter eigenes Risiko.

Ich wünsche allzeit eine gute, entspannte und sichere Fahrt, 

Ihr Rechtsanwalt Gerhard Rahn 

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(Bild: pixabay)