Gerhard Rahn

Gerhard Rahn

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Tod in Polizeigewahrsam - Wieviele junge Menschen müssen noch sterben?

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ gilt nicht immer für Personen, die verhaftet werden. Das muss sich schnellstens ändern! Ein Plädoyer 

An Nikolaus ist in Köln erneut ein junger Mann verstorben, der sich in Polizeigewahrsam befand. Hinweise auf Fremdeinwirkung oder Suizid gibt es bislang nicht, wird es wohl auch nicht geben. Denn der 19-jährige, der wegen Sachbeschädigung und Bedrohung mit einem Messer vorübergehend festgenommen wurde, stand unter Einfluss von Medikamenten, Drogen und Alkohol. Eine tödliche Mischung, wie sich herausstellen sollte. Erst als er nicht mehr ansprechbar war, wurde der Notarzt gerufen, der ihn reanimierte und ins Krankenhaus brachte. Dort starb er zwei Tage später. 

Ich habe Fragen 

Wieso wird jemand, der offensichtlich ärztliche Hilfe benötigt (auch wenn ihm das nicht bewusst ist), einfach so in eine Zelle gesperrt? Wieso wird er nicht mindestens unter medizinische Aufsicht gestellt? Zumal sich vor wenigen Wochen bereits eine ähnliche Tragödie ereignet hatte. Am 1. November 2021 früh morgens beobachteten Polizeibeamte wie neben einem Taxi ein Mann auf einer Frau lag und schrie. Die Frau war, wie sich später herausstellte, seine Schwester. Mit herbeigerufener Verstärkung wurde der Mann in Gewahrsam genommen, seine Gegenwehr war heftig, auch die Schwestern versuchte die Verhaftung vehement zu verhindern. „Er ist doch noch ein Kind“, flehte sie, was ein Handy-Video beweist. Vergeblich.

Auf der Wache wurde ein Arzt hinzugezogen. Dem jedoch ging es allein um eine Blutabnahme aufgrund des Verdachts von Drogenkonsum, er diente also der Polizei, nicht dem Beschuldigten. Dieser wehrte sich, wurde fixiert - und während der Blutabnahme bewusstlos. Erst da wurde ein Notarzt gerufen, der sich um die Gesundheit des jungen Mannes kümmern sollte. Leider ebenfalls zu spät. Gegen 7.25 Uhr verstarb der 25-Jährige. Drogen in Verbindung mit einer „Vorerkrankung“, wird später der Öffentlichkeit mitgeteilt. 

„I will die!“ 

Dabei hätte die Polizei längst lernen können. 20 Jahre ist es bereits her, als sich Achidi John im Hamburger Institut für Rechtsmedizin mit Händen und Füßen gegen seine „Behandlung“ wehrte. Auch sie diente nicht seiner Gesundheit, sondern der Sicherstellung von Beweismaterial. Denn am 9. Dezember 2001 hatte der 19-Jährige vor seiner Festnahme Kügelchen mit Drogen geschluckt. Die Polizisten fesseln John, der geriet in Panik, schrie: „I will die! (Ich werde sterben!)“. Trotz anhaltender Gegenwehr flößt ihm eine Ärztin eine große Menge Wasser mit Brechmittel ein. Schliesslich würgt John 41 Rauschgift-Kugeln aus. Dann bricht er zusammen, Herzstillstand, drei Tage später stirbt er im Krankenhaus. Der damalige Hamburger Ärztekammer-Präsident und heutige Vorsitzende des Weltärzteverbandes Frank Ulrich Montgomery sagt danach, solche Massnahmen seien "aus ärztlicher Sicht nicht zu verantworten". Andere Kritiker nennen sie deutlich Folter. Die Obduktion ergibt: Johns Tod war auf eine Herzerkrankung zurückzuführen. 

Körperliche Unversehrtheit an erste Stelle! 

Hier haben wir den faulen Kern, der alle drei Tragödien verbindet: Die Gesundheit der Beschuldigten stand nie im Fokus, der Polizei ging es allein um Verbrechensbekämpfung. Dabei besteht für Menschen, die sich aufgrund von Gewahrsam nicht selbst helfen können, eine besondere Fürsorgepflicht. Besonders bei Drogen-Konsumenten muss deren physischer und psychischer Zustand stets mitgedacht werden - nicht erst, wenn es zum Zusammenbruch kommt. 

Die Würde des Menschen ist unantastbar, so schreibt es unser Grundgesetz vor. Selbstverständlich gilt dies auch für Beschuldigte einer Straftat, deren körperliche Unversehrtheit an erster Stelle stehen muss. Alles andere kommt danach. Wer in Gewahrsam genommen wird, dessen Leben muss geschützt werden. Unter ärztlicher Aufsicht, die dem Wohl des Menschen dient. 

Dies muss in einem Rechtsstaat wieder selbstverständlich werden!

Herzlichst, 

Gerhard Rahn, Fachanwalt für Strafrecht 

 

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(Bild: Pixabay, Redaktion Rahn: Frank Jaspermöller