Vorstrafe

"Puh - hört sich nicht gut an..." 

Nein. Man muss klar sagen, dass eine Vorstrafe einem erheblich im Weg stehen kann. Bei Bewerbungen, einer größeren Anschaffung oder auch neuen Bekanntschaften. Meine Kanzlei versucht deshalb grundsätzlich alles Machbare, damit es für unsere Mandant*innen nicht zu diesem Eintrag ins Bundeszentralregister (BZR) kommt. Also z.B. eine Verfahrenseinsstellung hinzubekommen. Leider lässt sich eine Vorstrafe aber nicht immer vermeiden.  

"Wie lange hat man dann eine Vorstrafe?" 

Im BZR werden alle rechtskräftigen Strafurteile gelistet und entsprechend der Fristen wieder entfernt. Wer solch einen Eintrag hat, gilt als vorbestraft. Die Fristen für die Löschung hängen von der Strafe ab. Verwarnungen mit Strafvorbehalt werden nach spätestens zwei Jahren gelöscht. (Konkret richtet sich das nach der Bewährungszeit. Wurde die auf ein Jahr festgesetzt, bleibt der Eintragung ein Jahr stehen. Bei zwei Jahren Bewährung, bleibt auch der Eintrag eben diese zwei Jahre drin.) Bei Strafen bis zu 90 Tagessätzen oder drei Monaten Freiheitsentzug schleppt man fünf Jahre eine Vorstrafe mit sich herum. Und bei alle übrigen Taten zehn, bzw. 15 Jahre. Ausnahme: Sexualstraftaten. Hier muss man 20 Jahre mit einer Vorstrafe leben. Auch noch wichtig zu wissen: Kommt eine neue Straftat hinzu, verlängert sich damit auch die Frist zur Löschung der vorherigen Vorstrafe. 

"Muss ich das anderen denn sagen?" 

Das kommt natürlich drauf an. In offiziellen Fragebögen oder Gesprächen (Bewerbungen) leider ja. Allerdings: Im polizeilichen Führungszeugnis werden ausschließlich Vorstrafen von mehr als 90 Tagesätzen oder Freiheitstrafen von mehr als drei Monaten eingetragen. Wer zu weniger verurteilt wurde, der braucht von diesen Vorstafen nicht zu berichten, muss seine / ihre Eintragung im BZR also nicht offenbaren (§ 53 BZRG).

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