Nebenklage

Fahndungsbilder von Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos von 1998

Nebenklage, warum?

Spätestens seit dem NSU-Prozess ist die Nebenklage auch der breiten Öffentlichkeit ein Begriff. Denn der Anwalt der dortigen Nebenklage, der die Angehörigen der Mordopfer vertrat, war ein beliebter Interviewpartner aller Medien. Was aber ist überhaupt eine Nebenklage?

Laut unserer Strafprozessordnung aus dem Jahre 1877 liegt das Anklagemonopol im Strafrecht beim Staat (§ 152 StPO). Die Staatsanwaltschaft erhebt also Klage, stellvertretend für die Gesellschaft. Häufig wollen Opfer, besonders bei schweren Körperverletzungen und Vergewaltigungen, sowie Angehörige von Opfern bei Tötungsdelikten, jedoch aktiv am Prozess beteiligt sein. Selbst etwas tun. Der Gesetzgeber hat deshalb in bestimmten Fällen die Möglichkeit der Nebenklage geschaffen. Die Nebenklage schließt sich der öffentlichen Klage durch die Staatsanwaltschaft an (§ 395 Abs. 1 StPO), ihre Aussage hat hohes Gewicht. Wer eine Nebenklage erheben will und sich keinen Rechtsbeistand leisten kann, bekommt vom Gericht einen Anwalt gestellt. Dieser kann für den Mandanten / die Mandantin im Prozess dann umfangreiche Rechte wahrnehmen: 

Durch die Nebenklage ist man somit Teil des Prozesses und erhält alle relevaten Informationen. Mehr zum Thema finden Sie in diesem Merkblatt vom Nebenklage e.V. in Berlin. Möchten Sie wissen, ob in einem konkreten Fall eine Nebenklage sinnvoll, bzw. zugelassen ist? 

Dann nehmen Sie jetzt HIER Kontakt mit mir auf. Gerne beantworte ich Ihre Fragen! 

(Bild: Reproduktion der Fahndungsbilder von Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos von 1998 aus der Ostthüringer Zeitung)