Vormundschaft

Für Minderjährige kann das Familiengericht einen Vormund benennen. Das passiert, wenn die leiblichen Eltern verstorben, unmündig oder vorrübergehen nicht in der Lage sind, ihr Kind zu erziehen. Im Gesetz, § 1773 BGB, heißt es dazu konkret: "Ein Minderjähriger erhält einen Vormund, wenn er nicht unter elterlicher Sorge steht, oder wenn die Eltern weder in den die Person, noch in den das Vermögen betreffenden Angelegenheiten zur Vertretung des Minderjährigen berechtigt sind. Ein Minderjähriger erhält einen Vormund auch dann, wenn sein Familienstand nicht zu ermitteln ist." Lässt sich also nicht herausfinden, wer die Eltern sind, muss ein Vormund bestellt werden. Auch kommt es vor, dass Eltern selbst, z.B. testamentarisch, einen Vormund für ihr Kind bestimmen. Allerdings sind dann immer die Großeltern erste Wahl, sie müssen als Vormund bevorzugt werden (laut Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 24.07.2014, AZ 1 BvR 2926/13).

Die Aufgaben eines Vormundes? 

Der Vormund hat sich um das Wohl seines sogenannten Mündels zu kümmern und übernimmt sämtliche Rechte und Pflichten (dies kann auch mit einer Pflegschaft einhergehen). Er vertritt es rechtlich, verwaltet das Vermögen und ist zum persönlichen Kontakt verpflichtet. Das BGB schreibt hierfür Treffen mindestens im Monatsrhythmus vor (§ 1793). Die Berufung zum Vormund kann nur unter sehr bestimmten Vorraussetzungen abgelehnt werden (§ 1786, Ablehnungsrecht), ansonsten droht ein Zwangsgeld. Wer ehrenamtlich als Vormund tätig ist, kann hierfür beim Familiengericht eine Aufwandsentschädigung beantragen. Ab dem Erreichen des 14. Lebensjahres hat jedes Mündel das Recht, einen Vormund abzulehnen.

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(Foto: www.tagesgeldvergleich.com - die Alternative zum Sparbuch.)