Umgangsrecht

Auch hier kann es leider zu besonders unangenehmen Auseinandersetzungen kommen, was meine Kanzlei grundsätzlich zu verhindern versucht. Meist gelingt dies, natürlich nicht immer. Gesetzlich geregelt wird das Umgangsrecht im § 1684 BGB, auf den sich die Richter am Familiengericht berufen werden. Für alle Beteiligten sollte es also erstrebenswert sein, mit Wissen um die gesetzliche Grundlage ohne Prozess eine Regelung zu finden. Dabei ist es ratsam, dem Kindeswohl von Anfang an stets oberste Priorität einzuräumen. Denn nach § 1697a BGB ist das Familiengericht verpflichtet, in umgangsrechtlichen Streitigkeiten (gilt übrigens ganz genauso bei der Elterlichen Sorge) "diejenige Entscheidung zu treffen, die unter Berücksichtigung der tatsächlichen Gegebenheiten und Möglichkeiten, sowie der berechtigen Interessen der Beteiligten dem Wohl des Kindes am besten entspricht." Mutter wie Vater tun somit gut daran, gründlich nachzudenken und nachzufühlen, ob der jeweilige Umgangswunsch auch wirklich am besten für das Kind ist - und nicht wohlmöglich nur vorgeschoben, um dem Ex-Partner zu schaden. 

Desweiteren enthält der § 1684 BGB Abs. 1 diesen interessanten Schlüsselsatz: 

"Das Kind hat das Recht auf Umgang mit JEDEM Elternteil. Jeder Eltenteil ist zum Umgang mit dem Kind VERPFLICHTET und berechtigt."*

Mutter wie Vater werden damit also sogar zum Umgang mit ihrem Kind verpflichtet! Denn der Gesetzgeber geht davon aus, dass für die ungestörte Entwicklung der Umgang mit beiden unabdingbar ist. Bei einer Scheidung mit Vergabe der alleinigen Elterlichen Sorge an ein Elternteil wird deshalb grundsätzlich das Umgangsrecht mit dem anderen verhandelt und zeitlich festgelegt. Insofern sich keine gemeinsame Lösung finden lässt, wird das Gericht den Umgang vorschreiben. Für eine Umgangsverweigerung hat das Familienrecht extrem hohe Hürden aufgestellt, das ist nur möglich, wenn dem Kind echten Gefahren drohen würden, z.B. Misshandlungen. Oder wenn, falls Mutter oder Vater sich dem Umgang verweigert, sie oder er hierdurch absolut Unzumutbarem ausgesetzt wäre. Ansonsten kann der Umgang zwar zeitlich eingeschränkt, aber von keiner Seite in Gänze untersagt, bzw. abgelehnt werden.

Es gibt Probleme bei der Durchsetzung oder Wahrnehmung des Umgangsrechts? Bitte nehmen sofort HIER Kontakt mit mir auf! 

(Versalien zur Verdeutlichung und nicht im Original. Foto von www.erziehung.net, wo auch viele weitere, nützliche Informationen zu finden sind. Ebenso auf www.scheidung.de.)