Betreuung

Zeichnung älteres Ehepaar 

Betreuung - was ist das?

Erwachsene können bereits seit 1992 nicht mehr unter Vormundschaft gestellt werden. Die als Begriff noch immer verbreitete Entmündigung gibt es somit schon rund 25 Jahre nicht mehr. Heute regelt das Recht zur materiellen Betreuung, nicht zu verwechseln mit einer gesundheitlichen oder sozialen Betreuung, das BGB in den §§ 1896 bis 1908. Zuständig für die Verfahren ist das jeweilige Amtsgericht. Das Gesetz zur Betreuung gilt auch für Ausländer aus einem EU-Staat, denn hier kommt die Regelung des jeweiligen Aufenthaltlandes zur Anwendung. Falls dieser Punkt für Sie von besonderem Interessse ist gibt es HIER detaillierte Informationen.

Vorraussetzungen für eine Betreuung

  • Volljährigkeit. Bei Nicht-Volljährigen kann zwar vorsorglich eine Betreeung bestellt werden, die wird dann jedoch erst mit Vollendung des 18. Lebensjahres wirksam (§ 1908a BGB). 
  • Betroffene müssen in einem Erst- und Abschlussgespräch angehört werden.
  • Betroffene sind nicht in der Lage, ihre rechtlichen Angelegenheiten ganz oder teilweise selbst zu besorgen. 
  • Der oder die Betroffene muss die Betreuung für sich beantragen. Tut er / sie das nicht, kann die Betreeung auch von Amtswegen erfolgen. Dritte können die Betreuung jedoch nur anregen.  
  • Es muss eine psychische Erkrankung und / oder eine starke körperliche, geistige oder seelische Behinderung vorliegen. Die Beinträchtigung muss per aktuellem Attest eines Sachverständigengutachters bestätigt sein.  
  • Die Betreuung muss die bestmögliche Hilfe darstellen.

Einschränkungen

In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, einen Verfahrenspfleger zu bestellen. Seine Aufgabe liegt in der Kontrolle des Ablaufes, zudem soll er ggf. zwischen dem Betroffenen, dem Gericht und möglicherweise Dritten vermitteln (Familie, Freunde). Auch hat er dafür Sorge zu tragen, dass die Betreuung nur für Aufgaben bestellt wird, in denen sie für den Betroffenen auch erforderlich ist (laut § 1896 II). Im Gegensatz zum vormaligen Vormundschaftsgesetz, also der umgangssprachlichen Entmündigung, hat die Betreuung nur teilweise Einfluss auf die Geschäftsfähigkeit. Betroffene dürfen weiterhin heiraten (Ausnahme: § 1304), das Wahlreicht ausüben und auch ein gültiges Testament aufsetzen. Jedoch können Rechtsgeschäfte unter einen Einwilligungsvorbehalt gestellt werden, der Betreuer muss dann seine Zustimmung geben. 

Die Anordung einer Betreuung ist eines der heikelsten Rechtsangelegenheiten überhaupt. Hierdurch verliert ein Mensch teilweise seine Selbstbestimmung! 

Sie haben Fragen zur Betreuung? Bitte nehmen Sie HIER Kontakt mit mir auf - 

(Bild: www.seniorenbedarfonline.de - Plattform / Community für Senioren und Renter)