Lohnklage

Eine schlimme Situation: Der vereinbarte Lohn wird nicht bezahlt. Bei einem wirtschaftlich gesunden Unternehmen liegt meist nur ein Missgeschick vor. Heikel wird die Lage aber, wenn sich der Betrieb in Zahlungsschwierigkeiten befindet. Dann sollte niemand allzu lange warten, um seine berechtigte Forderung vor Gericht geltend zu machen. Immer wieder gibt es Fälle, meist Nebenerwerbstätigkeiten, bei denen sich Arbeitnehmer in Sachen Lohn ein halbes Jahr und länger vertrösten lassen. Solche Verzögerungen können später bei Gericht das Verfahren erschweren und den Anschein erwecken, es sei Schwarzgeld geflossen. (Jeder sollte sich im darüber im Klaren sein, dass nur offizielle Gelder auch offiziell eingeklagt werden können. Wer Schwarzgeld hinterläuft, für den kann ich allenfalls ein vertrauliches Gespräch mit dem Arbeitgeber führen.) Der Antrag auf Lohnklage wird beim zuständigen Arbeitsgericht gestellt. Für die Kostenübernahme kann bei Gericht Prozesskostenhilfe (PKH) beantragt werden (siehe Menü, Service).

                                                            

Warum zum Jobcenter?

Wenn der Betrieb den Lohn aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nicht zahlt, sollten die Arbeitnehmer frühzeitig einen Antrag auf ALG II / Hartz IV beim Jobcenter stellen. Weshalb frühzeitg? Nun, die Leistungen werden erst ab dem Monat des Antrages bewilligt. Wer ewig wartet und der Betrieb schließlich in die Insolvenz geht, erhält für die abgelaufene Zeit - nichts. Und falls der Insolvenzverwalter dann später Geld eintreibt und an die ehemaligen Mitarbeitern anteilig auszahlt, wird es vom Jobcenter auf die laufende Leistungen angerechnet. Dann hätte man also viele Monate gar kein Einkommen gehabt, und wenn endlich Geld da ist, schnappt es sich das Jobcenter ("Zuflussprinzip"). Stellt man hingegen ab dem ersten Monat ohne Lohn einen Antrag auf Hilfe zum Lebensunterhalt, tut auch die Anrechnung später nicht ganz so weh.   

Die Verweigerung der Lohnzahlung ist nur ein Beispiel möglicher Pflichtverletzung seitens des Arbeitgebers. Auch andere Fehlverhalten kommen leider vor. Unbezahlte Mehrarbeit, sexuelle Belästigung und sogar Nötigung zu einer Straftat sind keine Seltenheit.

Wehren Sie sich, wenn der Arbeitgeber Ihre Rechte verletzt!