Abmahnung

Erhält ein Arbeitnehmer eine schriftliche Abmahnung und liegt ihm etwas an seinem Job, sollte er das Schreiben ernst nehmen! Denn eine Abmahnung ist in vielen Fällen die rechtliche Voraussetzung für eine Kündigung, nicht selten bereiten Arbeitgeber genau diese mit der Abmahnung vor. Häufige und rechtlich annehmbare Gründe für Abmahnungen sind

  • Unentschuldigtes Fehlen am Arbeitsplatz
  • Nichtbeachtung von Sicherheitsvorschriften
  • Verweigerung der Arbeit
  • Schlechtes Benehmen gegenüber den Kollgen (Mobbing, sexuelle Belästigung)

Natürlich müssen die abgemahnten Vorwürfe stimmen und von solchem Ausmaß sein, dass sie die Abmahnung rechtfertigen, bei diesem Punkt gehen die Meinungen von Arbeitgeber und Arbeitneher besondes häufig auseinander. Zudem darf das Fehlverhalten nicht allgemein gerügt werden ("kommt häufig zu spät") sondern muss konkret Art, Ort und Zeitpunkt der Pflichtverletzung darlegen. Durch beleidigende oder diskriminierende Äußerungen ("Faulenzer", "schwules Gehabe") verliert eine Abmahnung ebenso ihre Gültigkeit, wie durch unkorrekte Behauptungen. Abmahnungen, in denen mehrere Pflichtverletzungen aufgeführt sind, sind bereits ungültig wenn EIN darin enthaltener Vorwurf nachweißlich unzutreffend ist. Gründe, die häufig für eine Abmahnung herhalten müssen, diese aber laut Gesetz nicht rechtfertigen, sind

  • Leistungseinschränkungen im Vergleich zu Kollegen
  • Mangelnde Kenntnisse oder Kompetenzen
  • Bagatellverstöße (einmalige und / oder sehr geringe Verspätungen)
  • Verfehlungen aufgrund einer Krankheit

Hierzu zählt auch diagnostizierter Alkoholismus. Kann ein alkoholkranker Mitarbeiter aufgrund seiner Krankheit der Arbeit also nur eingeschränkt oder gar nicht nachkommen, ist dies weder ein Abmahnungs- noch ein Kündigungsgrund. Ist eine Abmahnung unberechtigt, ergo sind die darin enthaltenen Behauptungen falsch oder rechtfertigen laut Gesetz keine Abmahnung, sollte man sich dringend gegen sie zur Wehr setzen. Denn wie gesagt: Die nächste Aktion des Arbeitgebes kann die Kündigung sein! Mit einer Abmahnung muss die Firma dem Mitarbeiter / der Mitarbeiterin eine reele Chance geben, sein nachweisbares Fehlverhalten zu korrigieren. Nur sehr schwere Vorwürfe, wie Straftaten oder ernst zunehmende Drohungen gegenüber dem Arbeitgeber, rechtfertigen eine Kündigung ohne vorherige Abmahnung. 

Eine gesetztliche Regelung darüber, wie eine Abmahnung auszusehen hat, gibt es nicht. Meist erfolgt sie schriftlich, da im Falle einer späteren Kündigung die Beweislast beim Arbeitgeber liegt, auch mündliche Abmahnungen unter Zeugen kommen jedoch vor. Schriftliche Abmahnungen brauchen das Wort "Abmahnung" nicht zwingend zu enthalten, es reicht, wenn die Abmahnung zwei klar erkennbare Dinge enthält, um rechtlich gültig zu sein: Eine RÜGE und eine WARNUNG. Die Rüge muss korrekt aufzeigen, welche Pflichtverletzungen der Arbeitneher begangen hat und wie er sein Verhalten künftig ändern soll. Und die Warnung muss dem Arbeitnehmer dann die Konsequenzen im Wiederholungsfall androhen. Hier wird gern geschrieben, dass das Arbeitsverhältnis, wenn der Arbeitgeber sein Verhalten nicht ändere, "gefährdet" sei. Dies ist nichts anderes die Androhung einer Kündigung! 

Noch etwas zum Abschluss: Arbeitgeber verwirken ihr Recht zur Abmahnung, wenn sie ein Fehlverhalten über eine längere Zeit (z.B. mehrere Monate) stillschweigend hinnehmen. Doch auch Arbeitnehmer sollten keine Zeit verlieren und sich gegen eine Abmahnung unmittelbar nachdem sie ausgesprochen / ausgestellt wurde zur Wehr setzen. Ein möglicher Widerspruch vor Gericht ist sonst nämlich sinnlos, die meisten Arbeitgebern wissen das ...  

Sie wollen sich gegen eine Abmahnung wehren? Schildern Sie mir die Lage gerne kurz HIER -